Theodor Fontane

So und nicht anders

Die Menschen kümmerten mich nicht viel, eigen war mein Weg und Ziel. Ich mied den Markt, ich mied den Schwarm, andre sind reich, ich bin arm. Andere regierten (regieren noch), ich stand unten und ging durch’s Joch. Entsagen und lächeln bei Demütigungen, das ist die Kunst, die mir gelungen. Und doch wär’s in die Wahl mir gegeben, ich führte noch … Weiterlesen …

Wilhelm Busch

Der Dornenstrauch

Es steht in Quesels Hecke Ein Dornstrauch an der Ecke, Und stechen tut er auch. Ach, lieber Herr von Quesel, Steig ab von deinem Esel, Hau ab den Dornenstrauch. Herr Quesel hört die Klagen Vergnügten Angesichts. Er spricht mit Wohlbehagen: Ich spüre nichts! Es wächst die krause Wolle, Damit sie wärmen solle Dem Schäfchen aus der Haut. Der Dornstrauch tät … Weiterlesen …

Ernst Moritz Arndt

Bundeslied

Sind wir vereint zur guten Stunde Wir starker deutscher Männerchor, So dringt aus jedem frohen Munde Die Seele zum Gebet hervor: Denn wir sind hier in ernsten Dingen Mit hehrem, heiligem Gefühl; Drum muß die volle Brust erklingen Ein volles helles Saitenspiel. Wem soll der erste Dank erschallen? Dem Gott, der groß und wunderbar Aus langer Schande Nacht uns allen … Weiterlesen …

Catull

An Cornificius

Cornificius! dein Catull ist elend; Elend ist er, beim Himmel! und voll Mißmut, Und das Übel wird täglich, stündlich ärger. Hast du wohl – und wie wenig wäre dieses! Ihm ein tröstliches Wörtchen zugeredet? Zürnen sollt ich. Ist dies für meine Liebe? Auch das mindeste Trostwort wäre Balsam. Der Simonides‘ Tränen überträfe. Übertragung von Eduard Mörike.

Catull

An Aurelius und Furius

Mein Aurel und Furius; ihr Gefährten Eures Freundes, ging er auch zu den fernsten Indern am Eoischen Meer, das fernher Brausend den Strand peitscht; Zum erhitzten Araber, dem Hyrkaner, Saker oder köcherbehangenen Parther Oder, wo der Nilus mit siebenfachem Strome das Meer färbt. Oder überstieg‘ er die hohen Alpen, Cäsars Ehrenmäler, den Rhein zu sehen, Und der wilden äußersten Briten … Weiterlesen …

Catull

Entschluß

Catullchen! armer Freund, werd endlich klüger, Und was zusehends hin ist, laß dahin sein! Wohl ehmals flossen dir die Tage heiter, Als du noch gingst, wohin das Mädchen winkte, Geliebt von uns, wie keine je geliebt ward. Da gab es mancherlei der Tändeleien, Die dir behagten, ihr nicht mißbehagten. Da, wahrlich! flossen dir die Tage heiter. Nun weigert sich das … Weiterlesen …

Catull

An Fabullus

Herrlich sollst du, Fabullus, nächster Tage, So die Götter es geben, bei mir schmausen. Wenn du nämlich ein wohlbestelltes Essen Mitbringst, auch ein Blondinchen und ein Fäßchen Wein und Witz und ein fröhliches Gelächter. Wenn du, Trauter, dies alles mitbringst, wirst du Herrlich schmausen: denn dein Catull hat leider Nichts im Beutel als Spinneweben. Bare Freundschaft sollst du dafür zurückbekommen … Weiterlesen …

Catull

Quintia und Lesbia

Quintia findet man schön; soll ich urteilen, so ist sie Weiß, lang, kerzengerad‘; einzelnes streit ich ihr nicht. Aber die Schönheit sprech ich ihr ab: so gar nichts von Anmut, Auch nicht ein Körnchen Salz ist in dem großen Gewächs. Schön ist Lesbia, ist es so ganz, als hätte die eine Allem, was lieb und hold, jeglichen Zauber entwandt. Übersetzung … Weiterlesen …

Catull

An Lesbia

Laß uns leben, mein Mädchen, und uns lieben, Und der mürrischen Alten üble Reden Auch nicht höher als einen Pfennig achten. Sieh, die Sonne, sie geht und kehret wieder: Wir nur, geht uns das kurze Licht des Lebens Unter, schlafen dort eine lange Nacht durch. Gib mir tausend und hunderttausend Küsse, Noch ein Tausend und noch ein Hunderttausend, Wieder tausend … Weiterlesen …

Gottfried August Bürger

An die Menschengesichter

Ich habe was Liebes, das hab ich zu lieb; Was kann ich, was kann ich dafür? Drum sind mir die Menschengesichter nicht hold: Doch spinn ich ja leider nicht Seide, noch Gold, Ich spinne nur Herzeleid mir. Auch mich hat was Liebes im Herzen zu lieb; Was kann es, was kann es fürs Herz? Auch ihm sind die Menschengesichter nicht … Weiterlesen …