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Catull

An Fabullus

Herrlich sollst du, Fabullus, nächster Tage,

So die Götter es geben, bei mir schmausen.

Wenn du nämlich ein wohlbestelltes Essen

Mitbringst, auch ein Blondinchen und ein

Fäßchen Wein und Witz und ein fröhliches Gelächter.

Wenn du, Trauter, dies alles mitbringst, wirst du

Herrlich schmausen: denn dein Catull hat leider

Nichts im Beutel als Spinneweben. Bare

Freundschaft sollst du dafür zurückbekommen

Und was köstlicher ist und delikater:

Einen Balsam, den meinem Mädchen neulich

Amoretten und Charitinnen schenkten.

Wenn du diesen nur einmal riechst, so wirst du

Rufen: machest mich ganz zur Nas‘, ihr Götter!

Übersetzung von Eduard Mörike.

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