Friedrich Schiller

Kassandra

Wer erfreute sich des Lebens,

Der in seine Tiefen blickt!

Selig preis‘ ich Polyxenen

In des Herzens trunknem Wahn,

Denn den Besten der Hellenen

Hofft sie bräutlich zu umfahn.

Stolz ist ihre Brust gehoben,

Ihre Wonne faßt sie kaum,

Nicht euch, Himmlische dort oben,

Neidet sie in ihrem Traum.

Und auch ich hab‘ ihn gesehen,

Den das Herz verlangend wählt!

Seine schönen Blicke flehen,

Von der Liebe Gluth beseelt.

Gerne möcht‘ ich mit dem Gatten

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