Annette von Droste-Hülshoff

Der Teetisch

Sein Aroma auserlesen

Mit des Patschuls Düften mischet;

Wo ein schöner Geist, den Bogen

Feingefältelt in der Tasche,

Lauscht wie in den Redewogen

Er das Steuer sich erhasche;

Wo in zarten Händen hörbar

Blanke Nadelstäbe knittern,

Und die Herren stramm und ehrbar

Breiten ihrer Weisheit Flittern.

Alles scheint dir noch gewöhnlich,

Von der Sohle bis zum Scheitel,

Und du rufst, dem Weisen ähnlich:

»Alles unterm Mond ist eitel!«

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