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Paul Gerhardt

Gib dich zufrieden

Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten
Deiner Feinde von dir dichten,
Laß sie nur immer weidlich spotten,
Gott wirds hören und recht richten.
Ist Gott dein Freund
Und deiner Sachen,
Was kann dein Feind,
Der Mensch, groß machen!
Gib dich zufrieden!

Hat er doch selbst auch wohl das Seine,
Wenn ers sehen könnt und wollte.
Wo ist ein Glück so klar und reine,
Dem nicht etwas fehlen sollte?
Wo ist ein Haus,
Das könnte sagen:
Ich weiß durchaus
Von keinen Plagen?
Gib dich zufrieden!

Es kann und mag nicht anders werden,
Alle Menschen müssen leiden;
Was webt und lebet auf der Erden,
Kann das Unglück nicht vermeiden.
Des Kreuzes Stab
Schlägt unsre Lenden
Bis in das Grab:
Da wird sichs enden.
Gib dich zufrieden!

Es ist ein Ruhetag vorhanden,
Da uns unser Gott wird lösen,
Er wird uns reißen aus den Banden
Dieses Leibs und allem Bösen.
Es wird einmal
Der Tod herspringen
Und aus der Qual
Uns sämtlich bringen.
Gib dich zufrieden!

Er wird uns bringen zu den Scharen
Der Erwählten und Getreuen,
Die hier mit Frieden abgefahren,
Sich auch nun im Frieden freuen,
Da sie den Grund,
Der nicht kann brechen,
Den ewgen Mund
Selbst hören sprechen:
Gib dich zufrieden!

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