Ein Knabe lacht sich an im Bronnen, Hält Festtagskuchen in der Hand, Er hatte lange nachgesonnen, Was drunten für ein neues Land. Gar lange hatte er gesonnen Wie drunten sei der Quelle Lauf; So grub er endlich einen Bronnen, Und rufet still in sich: “Glückauf!” Ihm ist sein Kopf voll Fröhlichkeiten, Von selber lacht der [...]
Autor(in): Achim von Arnim
Der Mensch ist bald vergessen der Mensch vergißt so bald, der Mensch hat nichts besessen, er sterb’ jung oder alt. Der Mensch ist bald vergessen, nur Gott vergißt uns nicht, hat unser Herz ermessen, wenn es in Schmerzen bricht. Wir steigen im Gebete zu ihm wie aus dem Tod, sein Hauch, der uns durchwehte, tat [...]
Autor(in): Achim von Arnim
Herz zum Herzen ist nicht weit Unter lichten Sternen, Und das Aug’, von Tau geweiht, Blickt zu lieben Fernen; Unterm Hufschlag klingt die Welt, Und die Himmel schweigen, Zwischen beiden mir gesellt Will der Mond sich zeigen. Zeigt sich heut in roter Glut An dem Erdenrande, Gleich als ob mit heißem Blut Er auf Erden [...]
Autor(in): Achim von Arnim
Neide nicht, o junges Mädchen, Deiner Schwester Lieblichkeit! Ahme nicht mit heißem Eifer Nach, was die Natur verbeut! Eine Blume, noch im Werden, Sah die Lilie vor sich stehn Und, vergessend ihrer selber (Denn auch sie war hold und schön), Neidet, zürnt sie, brennet ängstig, Lilie zu werden. Weh! Was geschieht? Die arme Blume Wird [...]
Autor(in): Johann Gottfried von Herder
Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land. Das Herz mir im Leib entbrennte, Da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte In der prächtigen Sommernacht! Zwei junge Gesellen gingen Vorüber am Bergeshang, Ich hörte im Wandern sie singen [...]
Autor(in): Joseph von Eichendorff