Archiv für Dezember 2009
Herrlich sollst du, Fabullus, nächster Tage, So die Götter es geben, bei mir schmausen. Wenn du nämlich ein wohlbestelltes Essen Mitbringst, auch ein Blondinchen und ein Fäßchen Wein und Witz und ein fröhliches Gelächter. Wenn du, Trauter, dies alles mitbringst, wirst du Herrlich schmausen: denn dein Catull hat leider Nichts im Beutel als Spinneweben. Bare [...]
Autor(in): Catull
Quintia findet man schön; soll ich urteilen, so ist sie Weiß, lang, kerzengerad’; einzelnes streit ich ihr nicht. Aber die Schönheit sprech ich ihr ab: so gar nichts von Anmut, Auch nicht ein Körnchen Salz ist in dem großen Gewächs. Schön ist Lesbia, ist es so ganz, als hätte die eine Allem, was lieb und [...]
Autor(in): Catull
Laß uns leben, mein Mädchen, und uns lieben, Und der mürrischen Alten üble Reden Auch nicht höher als einen Pfennig achten. Sieh, die Sonne, sie geht und kehret wieder: Wir nur, geht uns das kurze Licht des Lebens Unter, schlafen dort eine lange Nacht durch. Gib mir tausend und hunderttausend Küsse, Noch ein Tausend und [...]
Autor(in): Catull
Ich habe was Liebes, das hab ich zu lieb; Was kann ich, was kann ich dafür? Drum sind mir die Menschengesichter nicht hold: Doch spinn ich ja leider nicht Seide, noch Gold, Ich spinne nur Herzeleid mir. Auch mich hat was Liebes im Herzen zu lieb; Was kann es, was kann es fürs Herz? Auch [...]
Autor(in): Gottfried August Bürger
Amors Pfeil hat Widerspizen. Wen er traf, der lass’ ihn sizen, Und erduld’ ein wenig Schmerz! Welcher meinen Rath verachtet, Und ihn auszureissen trachtet, Der zerfleischet ganz sein Herz.
Autor(in): Gottfried August Bürger
Ich war wohl Jungfer Eigensinn, Durch Güte kaum zu zähmen; Und sträubte mich oft her und hin, Zu geben und zu nehmen. Der Himmel weiß es, wie es kam, Daß ich so ungern gab und nahm. Da kam ein junger Flaumenbart, Schön wie der Gott der Reben. Der wußte mit der besten Art Zu nehmen [...]
Autor(in): Gottfried August Bürger
Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt, Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge, dann hör ich recht die leisen Atemzüge Des Engels, welcher sich in dir verhüllt. Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt Auf meinen Mund, ob mich kein Traum betrüge, Daß nun in dir, zu ewiger Genüge, Mein kühnster Wunsch, mein einzger, [...]
Autor(in): Eduard Mörike
An der Quelle saß der Knabe, Blumen wand er sich zum Kranz, Und er sah sie fortgerissen, Treiben in der Wellen Tanz. Und so fliehen meine Tage, Wie die Quelle, rastlos hin! Und so bleichet meine Jugend, Wie die Kränze schnell verblühn! Fraget nicht, warum ich traure In des Lebens Blüthezeit! Alles freuet sich und [...]
Autor(in): Friedrich Schiller
Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Tugend emporstrebt: Schließt sich der eine dir zu, thut sich der andre dir auf. Handelnd erringt der Glückliche sie, der Leidende duldend. Wohl ihm, den sein Geschick liebend auf beiden geführt!
Autor(in): Friedrich Schiller
Nicht Glückes bar sind deine Lenze, du forderst nur des Glücks zuviel; gib deinem Wunsche Maß und Grenze, und dir entgegen kommt das Ziel. Wie dumpfes Unkraut lass’ vermodern, was in dir noch des Glaubens ist: du hättest doppelt einzufordern des Lebens Glück, weil du es bist. Das Glück, kein Reiter wird’s erjagen, es ist [...]
Autor(in): Theodor Fontane
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